Patientenverfügung

Empfehlung von HOSPIZ ÖSTERREICH für die Errichtung einer Patientenverfügung

Gesetz und einheitliches Formular

Seit 1. Juni 2006 hat Österreich ein Patientenverfügungsgesetz

Der Dachverband HOSPIZ ÖSTERREICH hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Patientenanwälte und der Caritas ein einheitliches Formular für die Errichtung von beachtlichen oder verbindlichen Patientenverfügungen entwickelt, das mit dem Gesundheitsministerium, dem Justizministerium und weiteren Institutionen abgestimmt wurde.

Zum Formular gibt es von HOSPIZ ÖSTERREICH eine Broschüre mit Erläuterungen; Formulierungshilfen und einer abtrennbaren Hinweiskarte für die Brieftasche.

Wenn ich eine Patientenverfügung errichten möchte:

Es ist gut die Erläuterungen und Formulierungshilfen in der Broschüre aufmerksam zu lesen und zu überdenken, um leichter Klarheit zu gewinnen, ob es für mich sinnvoll und richtig ist, jetzt eine Patientenverfügung zu errichten.

Ich überlege mit welchen Angehörigen oder vertrauten Personen ich darüber sprechen kann, was zu tun oder zu lassen ist, für den Fall dass ich mich selbst nicht mehr äußern kann. Bei solchen Gesprächen kann das Vertrauen wachsen zwischen mir und meinen Angehörigen, bzw. jenen, die mich begleiten und pflegen: Wahrscheinlich werde ich Geduld brauchen, weil oft gerade jenen Menschen, die mich lieben, das Gespräch über das Sterben nicht leicht fallen wird.

Ich vereinbare mit meinem/r Hausarzt/ärztin oder einem/r andere/n Arzt/Ärztin meines Vertrauens einen geeigneten Termin, wo er/sie sich für ein Beratungsgespräch Zeit nehmen kann. Ihm/ihr sollten ich vor allem sagen, welche Behandlungen ich in der letzten Lebensphase auf keinen Fall haben möchte. Er/sie sollte mir die jeweiligen medizinisch Folgen erklären. Ob dies im Rahmen eines normalen Ordinationsbesuches geschehen kann oder ob ich einen Privattermin (allenfalls auch bezahlten) dafür beanspruchen will, sollten ich vorher klären.

Eine Patientenverfügung ist keine Versicherung dafür, dass in meine letzten Wochen und Tagen alles genau so ablaufen wird, wie ich es jetzt wünsche, denn das Sterben des Menschen ist nicht planbar.

Die Gewissheit, dass mein Leben und Sterben nicht nur in meiner Hand liegt, kann mir – je nachdem, ob ich ein gläubiger Christ bin oder nicht – gerade für Zeiten des Krankseins oder der Demenz tröstlich sein.

Vorrang hat die beachtliche Patientenverfügung

Sie versorgt Ärzte und Pflegeteams mit jenen Informationen, die dem Patienten wichtig sind.

Nach dem neuen Gesetz muss jede schriftliche Patientenverfügung für die Ermittlung des Patientenwillens herangezogen werden, wenn Sie ihn selbst nicht mehr ausdrücken können.

Mit einer Beachtlichen Patientenverfügung geht man kein Risiko ein, weil diese nie an etwas rechtlich binden kann, was ein Mensch in unvorhersehbaren zukünftigen Situationen eventuell doch nicht haben will.

Eine Beachtliche Patientenverfügung erfordert keine Beglaubigung durch einen Notar oder Rechtsanwalt.

Eine Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden (auch durch Gesten)

Wo erhalte ich die Broschüre zur Patientenverfügung: Patientenanwaltschaft und Landesverband Hospiz-NÖ, Dachverband Hospi
www.patientenverfuegung.or.at

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.